HIV und AIDS eindämmen

 

Bildquelle: World Vision International


„Und er sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu heilen.“ (Lukas 9, Vers 2)

 

Jesus sandte seine Jünger aus, die frohe Botschaft von Gottes Reich zu verkündigen und zugleich durch die Heilung von Kranken zu bezeugen. In gleicher Weise sahen es Christen schon immer als ihre Aufgabe, Gottes Gnade durch gute Werke und durch tätige Nächstenliebe gegenüber Kranken und Bedürftigen zu verdeutlichen. Während Jesus sich insbesondere Lepra-Kranken zuwendete, die auf Grund der Ansteckungsgefahr von ihren Familien verstoßen wurden und unter extremer Not litten, leiden heute in vielen Teilen der Welt HIV-Infizierte unter extremer Armut und sozialer Ausgrenzung.

Weltweite Situation

 

Todesfälle aufgrund von HIV und AIDS (Quelle: worldmapper.org).

HIV und AIDS, Malaria, Tuberkulose. Durch diese drei Krankheiten alleine sterben jedes Jahr mehr als 4,6 Millionen Menschen. Auch wenn die Ausbreitung in vielen Regionen bereits eingedämmt werden konnte, fehlt es in anderen immer noch an der notwendigen Aufklärung über Übertragungswege, an den richtigen Medikamenten für die verschiedenen Krankheiten und an wirksamen Vorsorgemethoden.

HIV und AIDS
Weltweit leben gegenwärtig etwa 33,4 Millionen Menschen mit HIV oder AIDS. Allein in den Entwicklungsländern sind 8,8 Millionen Menschen auf eine antiretroviralen Therapie angewiesen, doch nur 42 Prozent von ihnen haben tatsächlich Zugang zu den notwendigen Medikamenten. Damit fehlt es mindestens 5,5 Millionen Menschen an einer Leben rettenden Therapie.

Die Ausbreitung von HIV und AIDS konnte global gesehen eingedämmt werden. Die Anzahl an Todesopfern sank von ihrem Höhepunkt im Jahr 2004 von 2,2 Millionen auf 2 Millionen Menschen im Jahr 2008. Im selben Jahr kam es jedoch zu schätzungsweise 2,7 Millionen Neuinfektionen, während sich im Jahr 1996 noch etwa 3,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert hatten. Dem allgemeinen Trend zum Trotz erhöhte sich in Osteuropa und Zentralasien in den letzten Jahren die Ausbreitungsrate. Aber nach wie vor betreffen fast zwei Drittel aller Neuinfektionen Afrika südlich der Sahara.

Eigentlich hatten sich die Vereinten Nationen in einer Sondersitzung über HIV und AIDS im Jahr 2001 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 eine Aufklärungsquote von 95 Prozent zu erreichen. Doch nach wie vor fehlt es in vielen Regionen an Bewusstsein für die Ansteckungsrisiken. Weniger als ein Drittel der jungen Männer und weniger als ein Fünftel der jungen Frauen in Entwicklungsländern verfügen nach ihrer eigenen Einschätzung über ausreichend Wissen, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern.

Die Ausbreitung von HIV korreliert mit dem Auftreten von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen, beispielsweise auch der Verheiratung von Minderjährigen. Deshalb sind zur Bekämpfung von HIV und AIDS nicht nur Aufklärungsprogramme notwendig, sondern auch eine Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und eine strikte Null-Toleranz-Politik gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt.

Malaria
Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malaria-Regionen. Bei etwa 243 Millionen Infektionen im Jahr 2008 forderte die Krankheit im selben Jahr fast 863.000 Todesopfer. Etwa neunzig Prozent der Opfer stammten aus Afrika.

Um die Verbreitung und die tödlichen Folgen der Krankheit einzudämmen, sollen vor allem die Verbreitung von imprägnierten Moskitonetzen und die Verfügbarkeit von Anti-Malaria-Medikamenten erhöht werden.

Immer noch schlafen in Afrika im Jahr 2008 nur 22 Prozent der besonders gefährdeten Kinder unter einem imprägnierten Moskitonetz, immerhin ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu nur 2 Prozent im Jahr 2000. Die weltweite Versorgung mit Malaria-Medikamenten hat sich ebenfalls deutlich gebessert, aber sie bleibt noch ausbaufähig. Insgesamt ist man im Jahr 2010 mit den weltweiten Ausgaben im Kampf gegen Malaria von 1,5 Milliarden US-Dollar noch weit von den eigentlich benötigten 6 Milliarden US-Dollar entfernt, die eine umfassende Bekämpfung der Krankheit sicher stellen würden.

Tuberkulose
Tuberkulose schließlich bleibt nach HIV die zweithäufigste Krankheit mit Todesfolge. Im Jahr 2008 forderte sie 1,8 Millionen Opfer. Im Jahr 1990 waren in den Entwicklungsregionen 310 von 100.000 Menschen mit Tuberkulose infiziert; im Jahr 2008 waren es nur noch 210. Dennoch ist das eigentliche Ziel, eine Halbierung der Ausbreitung und der Todesopfer bis 2015, nur dann erreichbar, wenn mehr und zielgerichtetere Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ausblick


Gerade weil einige Erfolge sichtbar sind, sollten Regierungen ihre Anstrengungen im Hinblick auf die Umsetzung des sechsten Millenniumsziels fortsetzen. Das Beispiel HIV zeigt, wie Erfolge bei der Bekämpfung in manchen Regionen zu weniger Öffentlichkeit für das Thema und eine größere Nachlässigkeit bei der Prävention führen. Auch ist die Diskriminierung von Betroffenen nach wie vor ein großes Problem. Zudem sollten weitestgehend erfolgreiche Instrumente wie der Globale Fond zur Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und AIDS ausgebaut werden. Auch hier sollte sich Deutschland stärker engagieren.
        
Quelle: Vereinte Nationen: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010, New York 2010.